Warum werden am 1. November Kerzen angezündet?


6.Oktober.2016

Der 1. November bzw. Allerheiligen ist heutzutage in Slowenien vor allem ein Familienfest. Ein Tag, an dem wir uns an die Menschen erinnern, die leider schon von uns gegangen sind. Ein Tag, an dem wir mit der Familie zum Friedhof gehen, um zu zeigen, dass wir die Erinnerungen an sie noch in unseren Herzen tragen.
An diesem Tag wird in Slowenien ein Drittel aller Grabkerzen im Jahr angezündet. Aber warum machen wir das eigentlich?

Die Kerze ist das Symbol des Lichtes, der Hoffnung und der neuen Geburt. Die Flamme symbolisiert das göttliche Licht, das den dunklen Tod beleuchtet. Viele glauben, dass die Kerze das Licht ausstrahlt, das alle Verstorbenen sicher im Dunklen führt und ihren Seelen den richtigen Weg zeigt. Das Licht symbolisiert auch die ewige Flamme, die in Erinnerung an sie brennt. Das Licht bzw. das Feuer steht für die Leidenschaft und Wärme, die wir für unseren Lieben empfinden. Kerzen und Licht besitzen also viel Symbolik.

Das Ritual oder die Gewohnheit, Kerzen anzuzünden, geht auf das Christentum zurück. Es ist ein uralter Brauch, der auf dem Glauben, auf dem öffentlichen Bekunden des Glaubens an ein Leben nach dem Tod und dem Respekt vor den Verstorbenen beruht. In alten Zeiten wurden auf den Gräbern Lichter angezündet, um die bösen Geister zu vertreiben. Für den gläubigen Christen stellen die Kerzen auf den Gräbern ein Symbol für den Glauben an Auferstehung und das ewige Leben dar.

Das Anzünden von Kerzen auf Friedhöfen ist heute mehr und mehr ein Familienereignis, mit dem man die schönen Erinnerungen an die Verstorbenen würdigt. Es ist zudem eine Gelegenheit für alle Familienmitglieder, auch entferntere, sich wiederzutreffen und gemeinsam die Gräber zu besuchen.
Der Brauch, Kerzen anzuzünden, bringt Familien und Menschen im Allgemeinen zusammen. Dabei vermitteln wir den jüngeren Generationen, dass der 1. November ein Feiertag ist, an dem Familienwerte und Erinnerungen an liebe Menschen geteilt werden, die in der Vergangenheit ein Teil unserer Familie waren oder uns auf andere Weise nahestanden.